Das Potenzial des Performativen in Theater, Schule und Sprach(en)bildung

Dieser Artikel analysiert das Potenzial des Performativen für Lern- und Bildungsprozesse, insbesondere in der Theaterpädagogik und Sprachenbildung. Performatives Handeln verbindet kognitive, affektive, leiblich-körperliche und soziale Lernaspekte und intensiviert dadurch Bildungsprozesse. Zum einen...

Disgrifiad llawn

Wedi'i Gadw mewn:
Manylion Llyfryddiaeth
Cyhoeddwyd yn:URI:https://journals.openedition.org/tipa,
Prif Awdur: Sting, Wolfgang
Fformat: Article ou chapitre numérique
Iaith:Allemand
Cyhoeddwyd: TIPA. Travaux interdisciplinaires sur la parole et le langage 2025
Mynediad Ar-lein:Accès Université d'Orléans et IFPM
Accès Université d'Orléans et IFPM
id openedition-oai:revues.org:tipa_6344
record_format openedition
spelling openedition-oai:revues.org:tipa_6344 https://doi.org/10.4000/14noi urn:doi:10.4000/14noi de https://journals.openedition.org/tipa/6344 2025-09-15T02:00:00Z info:eu-repo/semantics/openAccess article info:eu-repo/semantics/article urn:handle:20.500.13089/14noi https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/ Das Potenzial des Performativen in Theater, Schule und Sprach(en)bildung TIPA. Travaux interdisciplinaires sur la parole et le langage Laboratoire Parole et Langage info:eu-repo/semantics/reference/issn/2264-7082 URI:https://journals.openedition.org/tipa Sting, Wolfgang Dieser Artikel analysiert das Potenzial des Performativen für Lern- und Bildungsprozesse, insbesondere in der Theaterpädagogik und Sprachenbildung. Performatives Handeln verbindet kognitive, affektive, leiblich-körperliche und soziale Lernaspekte und intensiviert dadurch Bildungsprozesse. Zum einen wird die Bedeutung des Spiels („Homo Ludens“) als eine wesentliche Grundlage des Theaters und des kindlichen Lernens herausgestellt. Zum anderen betont der Beitrag aus theaterwissenschaftlicher Sicht die Bedeutung des Performativen („performative turn“) für die Theater-Kunst und die ästhetische Praxis, die durch diese performativen Praktiken auch für Bildungskontexte relevant wird. Seit den 1990er Jahren hat das postdramatische Theater und Performance-Kunst die darstellende Spiel- und Inszenierungspraxis verändert und so auch vielfältige Ansätze für den (außer)schulischen Theaterunterricht geschaffen. Performative Theaterpraxis in der Schule kann kreative Prozesse fördern, indem sie die Grenzen zwischen Kunst, Alltag und sozialer Interaktion verschiebt und durchlässig macht. Diese Verbindung von körperlicher, sprachlicher und sozialer Interaktion ermöglicht neben konventionellem Wissenstransfer ein vertiefendes Lernen in Form von kreativer Wissensproduktion. Als ein praxisnahes Beispiel performativer Sprachenbildung wird das Konzept des Hamburger TheaterSprachCamps vorgestellt. Dieses Projekt integriert Spiel, Theater, Sprechen- und Sprachenvielfalt, Lesen und Freizeitaktivitäten als ganzheitliche Lernerfahrung für Kinder mit und ohne Migrationsgeschichte.Abschließend wird festgehalten, dass sich das Potenzial des Performativen primär dann entfalten kann, wenn die künstlerisch-ästhetische Praxis des Theaterspielens nicht zum methodisch-didaktischen Setting verkürzt wird, sondern in seiner Spezifik als komplexer Aushandlungs- und Darstellungsprozess vermittelt und erlebt wird. Performative Lernräume fordern in ihrer Offenheit das Schulsystem auch heraus, bieten jedoch vielfältige Chancen für eine handlungs- und erfahrungsbasierte Bildungsarbeit.
collection OpenEdition Journal
language Allemand
format Article ou chapitre numérique
building 0/Bibliothèque numérique/
1/Bibliothèque numérique/OpenEdition Journals/
description Dieser Artikel analysiert das Potenzial des Performativen für Lern- und Bildungsprozesse, insbesondere in der Theaterpädagogik und Sprachenbildung. Performatives Handeln verbindet kognitive, affektive, leiblich-körperliche und soziale Lernaspekte und intensiviert dadurch Bildungsprozesse. Zum einen wird die Bedeutung des Spiels („Homo Ludens“) als eine wesentliche Grundlage des Theaters und des kindlichen Lernens herausgestellt. Zum anderen betont der Beitrag aus theaterwissenschaftlicher Sicht die Bedeutung des Performativen („performative turn“) für die Theater-Kunst und die ästhetische Praxis, die durch diese performativen Praktiken auch für Bildungskontexte relevant wird. Seit den 1990er Jahren hat das postdramatische Theater und Performance-Kunst die darstellende Spiel- und Inszenierungspraxis verändert und so auch vielfältige Ansätze für den (außer)schulischen Theaterunterricht geschaffen. Performative Theaterpraxis in der Schule kann kreative Prozesse fördern, indem sie die Grenzen zwischen Kunst, Alltag und sozialer Interaktion verschiebt und durchlässig macht. Diese Verbindung von körperlicher, sprachlicher und sozialer Interaktion ermöglicht neben konventionellem Wissenstransfer ein vertiefendes Lernen in Form von kreativer Wissensproduktion. Als ein praxisnahes Beispiel performativer Sprachenbildung wird das Konzept des Hamburger TheaterSprachCamps vorgestellt. Dieses Projekt integriert Spiel, Theater, Sprechen- und Sprachenvielfalt, Lesen und Freizeitaktivitäten als ganzheitliche Lernerfahrung für Kinder mit und ohne Migrationsgeschichte.Abschließend wird festgehalten, dass sich das Potenzial des Performativen primär dann entfalten kann, wenn die künstlerisch-ästhetische Praxis des Theaterspielens nicht zum methodisch-didaktischen Setting verkürzt wird, sondern in seiner Spezifik als komplexer Aushandlungs- und Darstellungsprozess vermittelt und erlebt wird. Performative Lernräume fordern in ihrer Offenheit das Schulsystem auch heraus, bieten jedoch vielfältige Chancen für eine handlungs- und erfahrungsbasierte Bildungsarbeit.
author Sting, Wolfgang
spellingShingle Sting, Wolfgang
Das Potenzial des Performativen in Theater, Schule und Sprach(en)bildung
author_facet Sting, Wolfgang
author_sort Sting, Wolfgang
title Das Potenzial des Performativen in Theater, Schule und Sprach(en)bildung
title_short Das Potenzial des Performativen in Theater, Schule und Sprach(en)bildung
title_full Das Potenzial des Performativen in Theater, Schule und Sprach(en)bildung
title_fullStr Das Potenzial des Performativen in Theater, Schule und Sprach(en)bildung
title_full_unstemmed Das Potenzial des Performativen in Theater, Schule und Sprach(en)bildung
title_sort das potenzial des performativen in theater, schule und sprach(en)bildung
publisher TIPA. Travaux interdisciplinaires sur la parole et le langage
publishDate 2025
container_title URI:https://journals.openedition.org/tipa
url https://ezproxy.univ-orleans.fr/login?url=https://doi.org/10.4000/14noi
https://ezproxy.univ-orleans.fr/login?url=https://journals.openedition.org/tipa/6344
_version_ 1877291946875027456