Blickpunkt : Von den literarischen Cafés in Bagdad zu „virtuellen Cafés“
Seit den 60er Jahren haben zahlreiche irakische Intellektuelle aus verschiedenen Volksgruppen und Religionsgemeinschaften und aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten ihr Land, in dem jede Form von Opposition schrittweise zum Schweigen gebracht wurde, nach und nach verlassen. Trotzdem wurden die...
Uloženo v:
| Vydáno v: | URI:https://journals.openedition.org/sjep, |
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| Hlavní autor: | |
| Médium: | Article ou chapitre numérique |
| Jazyk: | Allemand |
| Vydáno: |
Schweizerisches Jahrbuch für Entwicklungspolitik
2010
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| On-line přístup: | Accès Université d'Orléans et IFPM Accès Université d'Orléans et IFPM |
| Shrnutí: | Seit den 60er Jahren haben zahlreiche irakische Intellektuelle aus verschiedenen Volksgruppen und Religionsgemeinschaften und aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten ihr Land, in dem jede Form von Opposition schrittweise zum Schweigen gebracht wurde, nach und nach verlassen. Trotzdem wurden die Debatten, die in den 50er Jahren in den Literatencafés in Bagdad eingeführt wurden, niemals völlig unterbrochen : Von ihrem jeweiligen Exil aus haben Maler, Romanschriftsteller, Dichter, Forscher, Politiker, Filmemacher u.a. nicht aufgehört, sich über die Gesellschaft ihres Herkunftslandes Gedanken zu machen, die irakische Gesellschaft in Wort und Bild darzustellen, wobei sie die Ausdrucksfreiheit genossen, die ihnen ihr Emigrantenstatus verlieh. Unter ihnen befanden sich viele Oppositionspolitiker, die bis zum Jahr 2003 aus Furcht vor Repressalien gegen sich und ihre Angehörigen nicht nach Bagdad zurückkehren konnten. Der Fall des Baath-Regimes hat indessen – mit einigen Ausnahmen – keine Rückkehrbewegung bei diesen Exilirakern ausgelöst, sondern im Gegenteil zu einer neuen Auswanderungswelle geführt. Wie organisieren sich Iraker, die ihr Land zu verschiedenen Zeiten verlassen haben und in verschiedenen Gebieten der Welt leben, von ausserhalb ihres Landes, um auf die irakischen nationalen Debatten Einfluss zu nehmen ? Es geht hier darum, den Zusammenhang zwischen Migration und Entwicklung nicht ausschliesslich unter dem Gesichtspunkt der Geldüberweisungen oder der Wissensübermittlung von einer Gemeinschaft in der Diaspora an eine Gesellschaft im Herkunftsland anzugehen, sondern in Bezug auf einen Ideenaustausch – wobei den neuen Verbindungskanälen besonderes Augenmerk zukommt, deren sich die im Ausland verstreute Intelligentsia bedient, um eine gewisse Form des Dialogs aufrechtzuerhalten. Die Funktionsweise der Zeitschrift Mesopotamia, die seit 2004 im Irak erscheint, und deren Artikel von Irakern im In- und Ausland über das Internet eingesandt werden, kann uns interessante Informationen über diesen neuen „Cyberspace für Debatten“ und über dessen Grenzen liefern. |
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