10. Umwelt und Entwicklung

Zweifellos war 2007 das Jahr, in dem der Klimawandel Eingang ins Bewusstsein der Öffentlichkeit fand. Die von der Zwischenstaatlichen Sachverständigengruppe für Klimaänderungen (International Panel on Climate Change, IPCC) veröffentlichten Berichte über die klimatischen Veränderungen, die als Refere...

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發表在:URI:https://journals.openedition.org/sjep,
主要作者: Tschumi Canosa, Xavier
格式: Article ou chapitre numérique
語言:Allemand
出版: Schweizerisches Jahrbuch für Entwicklungspolitik 2010
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實物特徵
總結:Zweifellos war 2007 das Jahr, in dem der Klimawandel Eingang ins Bewusstsein der Öffentlichkeit fand. Die von der Zwischenstaatlichen Sachverständigengruppe für Klimaänderungen (International Panel on Climate Change, IPCC) veröffentlichten Berichte über die klimatischen Veränderungen, die als Referenz auf diesem Gebiet gelten, bestätigen, dass der Klimawandel überwiegend menschenverursacht ist. Die Verleihung des Friedensnobelpreises 2007 an Rajendra Pachauri, den Vorsitzenden der IPCC, und an Al Gore für seinen Dokumentarfilm „Eine unbequeme Wahrheit“ („An Inconvenient Truth“) haben diese Bewusstwerdung unterstützt.Die Wissenschaft benötigte eine Generation, um die Politik von der Tatsache des Klimawandels zu überzeugen. Die Politik aber kann es sich allen Untersuchungen zufolge nicht leisten, eine weitere Generation abzuwarten, um zu handeln. Bereits heute schlagen sich die fatalen Umweltauswirkungen der Klimaänderungen in grossen menschlichen und finanziellen Verlusten nieder, die nach Prävention und Anpassung verlangen. Zudem muss der Klimawandel durch eine Verringerung des Ausstosses von Treibhausgasen (THG) in die Atmosphäre gemildert werden. Obwohl die Industrieländer eine historische Verantwortung für den Klimawandel tragen, haben sich Schwellenländer wie China und Indien bereit erklärt, sich an den Bemühungen zur Emissionsverminderung zu beteiligen. Dabei sind sie aber auf finanzielle und technologische Hilfestellung seitens der Industrienationen angewiesen.Das westliche Entwicklungsmodell, das auf der rücksichtslosen Ausbeutung nicht erneuerbarer fossiler Ressourcen beruht, bei deren Nutzung Treibhausgase entstehen, und das im Zuge der Globalisierung in die ganze Welt hinausgetragen wurde, wird durch den Klimawandel grundsätzlich in Frage gestellt. Anstatt jedoch diese Erkenntnis zu beherzigen und durch eine Verringerung des Konsums dem Klimawandel Einhalt zu gebieten, tendieren die bisherigen Lösungsansätze dazu, eben dieses Entwicklungsmodell zu stützen, indem sie auf marktwirtschaftliche Instrumente (Emissionsrechte) oder auf die industrielle Innovationskraft (Energieeffizienz) setzen. Die Debatte in der Schweiz über die Möglichkeiten zur Verringerung der THG-Emissionen ist ein anschauliches Beispiel dafür : Indem die Schweiz auf freiwillige Massnahmen setzte, verfehlte sie die im Kyoto-Protokoll und im Bundesgesetz über die Reduktion der CO2-Emissionen (CO2-Gesetz) festgelegten Ziele. Das CO2-Gesetz sieht für diesen Fall die Einführung einer Lenkungsabgabe vor. Dieser Schritt erfolgte jedoch erst spät und lediglich in Bezug auf die Brennstoffe. Verschiedene Untersuchungen und Indikatoren zeigen, dass sich die Schweiz mit der Durchführung von Emissionsverminderungsprojekten im Ausland vom Grundsatz der nachhaltigen Entwicklung entfernt.