6. Welthandel

Der Welthandel hat sich im Jahr 2005 wegen eines Rückgangs der Wirtschaftstätigkeit abgeschwächt. Zudem hat die Preisentwicklung die Handelsstruktur stark beeinflusst. Der weitere Anstieg der Brennstoffpreise kontrastierte mit dem Rückgang der Exportpreise für Agrarprodukte und Fertigwaren und trug...

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Pubblicato in:URI:https://journals.openedition.org/sjep,
Autore principale: Keim, Nadine
Natura: Article ou chapitre numérique
Lingua:Allemand
Pubblicazione: Schweizerisches Jahrbuch für Entwicklungspolitik 2010
Accesso online:Accès Université d'Orléans et IFPM
Accès Université d'Orléans et IFPM
Descrizione
Riassunto:Der Welthandel hat sich im Jahr 2005 wegen eines Rückgangs der Wirtschaftstätigkeit abgeschwächt. Zudem hat die Preisentwicklung die Handelsstruktur stark beeinflusst. Der weitere Anstieg der Brennstoffpreise kontrastierte mit dem Rückgang der Exportpreise für Agrarprodukte und Fertigwaren und trug auch zu den Schwankungen der regionalen Handelsflüsse bei.Für die Welthandelsorganisation (WTO) war 2006 ein schwarzes Jahr. Nach einem von regen Aktivitäten geprägten ersten Halbjahr, in dem jedoch keine einzige Frist eingehalten wurde, mussten Generaldirektor Pascal Lamy und die Mitglieder sich damit abfinden, die Verhandlungen der Doha-Runde auszusetzen. Drei Themen erwiesen sich in den Diskussionen als Stolpersteine : der Marktzugang und die Produktionsbeihilfen für die Landwirtschaft sowie der Marktzugang für die Industriegüter. Jedes Mitglied der G-6 – Australien, Brasilien, die Europäische Union, Indien, Japan und die USA – vertrat zu einem der drei Themen eine defensive Position. Die technischen Arbeiten kamen seit Ende 2006 wieder in Gang, doch fehlt nach wie vor eine Einigung über das „wie“ und „wann“ eines Wiederbeginns auf politischer Ebene.Die Entwicklungsländer akzeptierten die Idee nicht, dass sie als Preis für den Abbau der Agrarbeihilfen des Nordens ihre Märkte öffnen sollten – mit allen damit verbundenen Risiken. Entscheidend ist für sie ausserdem, dass die „Entwicklungsdimension“ der Doha-Runde ernst genommen wird.Einige führen die Aussetzung der Verhandlungen auf politische und institutionelle Gründe zurück. Vor diesem Hintergrund soll die Pause vor allem dazu dienen, den „Grabenkrieg“ unter den Ländern zu überwinden. De facto hat kein Mitglied die Texte, die derzeit als Verhandlungsbasis auf dem Tisch liegen, infrage gestellt. Andere sehen im Stillstand der Verhandlungen jedoch das Zeichen einer Systemkrise.Die Schweiz hat im Jahr 2006 ihr Zollpräferenzsystem zugunsten der Entwicklungsländer überarbeitet. Sie hat insbesondere den Bundesbeschluss in ein Gesetz umgewandelt und die Zölle und Kontingente auf Produkte aus den am wenigsten fortgeschrittenen Ländern aufgehoben.