Die religiöse Lesart von Faust I
Im Prolog im Himmel, der nicht den Ersten Teil, sondern den ganzen Faust einleitet, konstruieren die Erzengel einen lieben sanften Herrn, damit zugleich seinen Widersacher. Faust, die Entscheidungsfigur ihres Wettstreits, mit der die Situation des Buchs Hiob modernisiert wird, nimmt in Studierzimmer...
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| 出版年: | URI:https://journals.openedition.org/rg, |
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| 第一著者: | |
| フォーマット: | Article ou chapitre numérique |
| 言語: | Allemand |
| 出版事項: |
Recherches germaniques
2019
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| オンライン・アクセス: | Accès Université d'Orléans et IFPM Accès Université d'Orléans et IFPM |
| 要約: | Im Prolog im Himmel, der nicht den Ersten Teil, sondern den ganzen Faust einleitet, konstruieren die Erzengel einen lieben sanften Herrn, damit zugleich seinen Widersacher. Faust, die Entscheidungsfigur ihres Wettstreits, mit der die Situation des Buchs Hiob modernisiert wird, nimmt in Studierzimmer II mit Wette und Pakt den Herrn, den Widersacher und „Hiob“ als Gegenstand ständiger Selbstbeobachtung in sich auf. Er zeigt sich in Walpurgisnacht nicht mehr sexuell verführbar, womit die seitherige Herrschaft des Miltonschen Satan endet und der des Mammon auf der Erde und der Frauengöttinnen in Hades und Himmel weicht. Am Ende wird eine Herrin konstruiert, Herr und Widersacher sind verschwunden bzw. lächerlich. In jedem der „Akte“ der Tragödie strebt Faust eine der sieben Eigenschaften Gottes zu erlangen und scheitert jedesmal tragisch. Im ‚Gelehrtendrama‘ sucht er Erkenntnis und Schaffenskraft Gottes magisch zu erreichen („Übermensch“), scheitert mit seiner magischen Religiosität und muss mit dem Techniker Mephistopheles vorliebnehmen. Im ‚Gretchendrama‘ sucht er ‚alle Dinge‘ im Mikrokosmos eines andern Menschen (Margarete) zu genießen. Er scheitert wegen seiner Unfähigkeit zur Spontaneität an der Entwicklung einer natürlichen Religiosität, die Gretchen/ Margarete körperlich und seelisch als Liebe und Grauen entwickelt. Mephistopheles ist hier entsprechend das liebes- und lebensfeindliche Prinzip. Das Christentum ist im Gelehrtendrama magisches, im Gretchendrama sozial disziplinierendes Instrument. |
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