Ein bisschen Südsee und ein gutes Maß Lebensreform:Das Rezept für das beginnende 21. Jahrhundert?
Ein bisschen Südsee und ein gutes Maß Lebensreform scheint in zwei innerhalb kurzer Zeit erschienenen Romanen das Rezept für das beginnende 21. Jahrhundert darzustellen: Marc Buhls Das Paradies des August Engelhardt (2011) und Christian Krachts Imperium (2012) inszenieren Weltuntergangsvisionen und...
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| Publicat a: | URI:https://journals.openedition.org/rg, |
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| Autor principal: | |
| Format: | Article ou chapitre numérique |
| Idioma: | Allemand |
| Publicat: |
Recherches germaniques
2019
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| Accés en línia: | Accès Université d'Orléans et IFPM Accès Université d'Orléans et IFPM |
| Sumari: | Ein bisschen Südsee und ein gutes Maß Lebensreform scheint in zwei innerhalb kurzer Zeit erschienenen Romanen das Rezept für das beginnende 21. Jahrhundert darzustellen: Marc Buhls Das Paradies des August Engelhardt (2011) und Christian Krachts Imperium (2012) inszenieren Weltuntergangsvisionen und Erlösungsversuche, weit entfernt vom verhassten Europa, und beleben dabei den Zeitgeist der Kulturkritik um 1900 wieder, der eigentlich als Widerspiegelung der „geistigen Situation unserer Zeit“ verstanden werden kann. Es geht um den Versuch auf dem Eiland Kabakon im Kolonialgebiet Deutsch-Neuguinea einen Sonnenorden zu gründen, der auf den lebensreformerischen Geboten des Orden-Mentors August Engelhardts beruhte: Verzicht auf (fast) jede von der Zivilisation produzierten Ware (mit Ausnahme von Büchern), Vegetarismus, bzw., wenn möglich, Kokovorismus, Nacktheit, Abstinenz, Geld- und Besitzfreies gemeinschaftliches Zusammenleben, und sich auf eine geringe Anzahl von lebensreformerischen Geboten beschränkte, die für die Rückkehr zur eigentlichen Echtheit, Freiheit und dem um 1900, aber auch um 2000, tief ersehnten Natürlichen galten. Dabei wird auch die Frage der schwierigen Beziehungen zwischen den europäischen Befürwortern eines ökologischen Bewusstwerdens und den sog. Naturvölkern aufgeworfen, die sich in der Gefahr der Entwicklung eines autoritären Regimes in Form des Ökofaschismus zuspitzt. |
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