Was tun mit Lukrez?

Der Aufsatz untersucht die Rezeption des Lukrez und des epikureischen Atomismus in der spätantiken christlichen Dichtung. Ausgehend von der ablehnenden Haltung der lateinischen Kirchenväter gegenüber dem Atomismus analysiert der Autor zunächst die Alethia des Claudius Marius Victorius, der die Vorst...

詳細記述

保存先:
書誌詳細
出版年:URI:https://journals.openedition.org/interferences,
第一著者: Smolak, Kurt
フォーマット: Article ou chapitre numérique
言語:Allemand
出版事項: Interférences 2026
主題:
オンライン・アクセス:Accès Université d'Orléans et IFPM
Accès Université d'Orléans et IFPM
その他の書誌記述
要約:Der Aufsatz untersucht die Rezeption des Lukrez und des epikureischen Atomismus in der spätantiken christlichen Dichtung. Ausgehend von der ablehnenden Haltung der lateinischen Kirchenväter gegenüber dem Atomismus analysiert der Autor zunächst die Alethia des Claudius Marius Victorius, der die Vorstellung einer durch Zufall bestimmten Weltentstehung scharf kritisiert und ihr eine göttlich gelenkte Schöpfungsordnung entgegenstellt. Gleichzeitig zeigt der Autor, dass Marius Victorius zahlreiche sprachliche und poetische Elemente aus Lukrez übernimmt und christlich umdeutet. Besonders deutlich wird dies in seinen Ausführungen zur Kulturentstehung, zum Sündenfall und zur Heilsgeschichte, in denen lukrezische Konzepte in ein theologisches Deutungsmodell integriert werden. Im zweiten Teil widmet sich der Aufsatz dem Metrum in Genesin und dem De evangelio des sogenannten Pseudo-Hilarius. Dieser Autor geht wesentlich weniger polemisch mit Lukrez um. Er übernimmt dessen Sprache und Bilderwelt, transformiert sie jedoch so, dass sie mit christlicher Kosmologie und Heilsgeschichte vereinbar werden. Der Autor gelangt zu dem Ergebnis, dass das Doppelgedicht des Pseudo-Hilarius eines der frühesten und umfassendsten Beispiele für eine kreative christliche Aneignung Lukrez’ darstellt. Dabei wird der antike Text nicht einfach verworfen, sondern in eine christliche Sicht von Schöpfung, Christus und Erlösung überführt.