Poesie am eigenen Leib erfahren: Physis und Kunst in E.T.A Hoffmanns Der goldene Topf
Als „Märchen aus der neuen Zeit“ inszeniert Der goldene Topf mit vielfach ironischer Brechung das Aufeinandertreffen von Philisterwelt und poetischem Atlantisreich, was die im Untertitel herbeizitierte Gattung phantastisch verformt. Eigentümlich ist dabei auch die Neuschreibung des Künstlerromans, i...
Uloženo v:
| Vydáno v: | URI:https://journals.openedition.org/ceg, |
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| Hlavní autor: | |
| Médium: | Article ou chapitre numérique |
| Jazyk: | Allemand |
| Vydáno: |
Cahiers d’études germaniques
2020
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| Témata: | |
| On-line přístup: | Accès Université d'Orléans et IFPM Accès Université d'Orléans et IFPM |
| Shrnutí: | Als „Märchen aus der neuen Zeit“ inszeniert Der goldene Topf mit vielfach ironischer Brechung das Aufeinandertreffen von Philisterwelt und poetischem Atlantisreich, was die im Untertitel herbeizitierte Gattung phantastisch verformt. Eigentümlich ist dabei auch die Neuschreibung des Künstlerromans, insofern Anselmus’ dichterische Erziehung sich primär körperlich vollzieht. Die Entdeckung und Erkundung des ästhetischen Wunderlandes drückt sich nämlich immer im Motiv der wonnevollen oder aber grauenhaften Begegnung mit befremdlichen Wesen aus, die in der Außenperspektive als radikal andersartige polymorphe Körper wahrzunehmen sind, dabei auf die Hauptfigur zurückwirken und somit auch von innen am eigenen Leib erfahren werden. In diesem betont physischen Offenbarungsprozess werden Schranken mehrfach markiert und zugleich durchlässig gemacht: einerseits zwischen Alltag und musischem Jenseits sowie zwischen damit verbundenen Darstellungsformen, andererseits zwischen äußerem und innerem Leben als den Polen einer individuellen schöpferischen Dynamik aus beengendem Alptraum und entgrenzendem Rausch. |
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