Éléments pour une biographie
Die Schauspielerin, Autorin und Diseuse Ortrud Beginnen (1938-1999) war eins der großen nonkonformistischen Originale des deutschen Theaters. Mit stilsicherer Geschmacklosigkeit führte sie jahrzehntelang einen satirischen Feldzug gegen falschen Pathos, Kitsch und heruntergekommene Ideale im deutsche...
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| הוצא לאור ב: | URI:https://journals.openedition.org/ceg, |
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| מחבר ראשי: | |
| פורמט: | Article ou chapitre numérique |
| שפה: | Français |
| יצא לאור: |
Cahiers d’études germaniques
2020
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| נושאים: | |
| גישה מקוונת: | Accès Université d'Orléans et IFPM Accès Université d'Orléans et IFPM |
| סיכום: | Die Schauspielerin, Autorin und Diseuse Ortrud Beginnen (1938-1999) war eins der großen nonkonformistischen Originale des deutschen Theaters. Mit stilsicherer Geschmacklosigkeit führte sie jahrzehntelang einen satirischen Feldzug gegen falschen Pathos, Kitsch und heruntergekommene Ideale im deutschen Gedanken- und Liedgut. Der Dünger für ihre einzigartige Mischung aus Todesernst und blühendem Schwachsinn war das insulare West-Berlin der 1960er Jahre. Die Stadt wurde nach dem Mauerbau eine Spielwiese für Unangepasste und Außenseiter aus der westdeutschen Wohlstands-gesellschaft. So wurde Ortrud Beginnen zum gefeierten Liebling der Berliner Off-Theaterszene und die Brettlbühne des Berliner Reichskabaretts zu einem Wallfahrtsort. Im Gegensatz zum üblichen politischen Kabarett, das mit erzieherischem Witz daherkam, lag die Tücke von der Komik O. Beginnens in ihrer grundsätzlichen Doppelbödigkeit. Sie hielt ihrem Publikum den Zerrspiegel ihres eigenen „tiefdeutschen“ Gemüts vor, so dass einem das Lachen im Hals stecken blieb. 1976 wurde sie als erste Frau mit dem deutschen Kleinkunstpreis ausgezeichnet, zwanzig Jahre später wurde sie von der renommierten Fachzeitschrift Theater heute zur „Schauspielerin des Jahres“ gekürt. Bis zu ihrem viel zu frühen Tod 1999 blieb der tägliche deutsche Größenwahn ihr Thema und dabei schloss sie sich selbst niemals aus. Ihr Wirken wird in erster Linie durch Parodie und eine Art „Antiphonie“ gekennzeichnet. Es ist ein Gegengesang, dem ein vehementer (Infra)Feminismus innewohnt, und der darauf abzielt, die von Generationen von Frauen erlittenen Demütigungen rückgängig zu machen. |
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