Frank Castorf : de Kean à Hamletmaschine, ou le culte des contre-cultures

Durch die Assoziierung von Alexandre Dumas’ Kean (1836) und Heiner Müllers Hamletmaschine zu einem Volksbühnen-Theaterabend (2008), konfrontiert Frank Castorf den Zuschauer abrupt mit der Dialektik von Kultur und Gegenkultur. Dumas’ Text liest sich wie eine theatralische Reflexion über die Verflecht...

Descrición completa

Gardado en:
Detalles Bibliográficos
Publicado en:URI:https://journals.openedition.org/ceg,
Autor Principal: ARLAUD, Sylvie
Formato: Article ou chapitre numérique
Idioma:Français
Publicado: Cahiers d’études germaniques 2020
Sujets:
Acceso en liña:Accès Université d'Orléans et IFPM
Accès Université d'Orléans et IFPM
Descripción
Résumé:Durch die Assoziierung von Alexandre Dumas’ Kean (1836) und Heiner Müllers Hamletmaschine zu einem Volksbühnen-Theaterabend (2008), konfrontiert Frank Castorf den Zuschauer abrupt mit der Dialektik von Kultur und Gegenkultur. Dumas’ Text liest sich wie eine theatralische Reflexion über die Verflechtungen zwischen Kunst und Gesellschaft, in der Castorf alle Bilder der Gegenkultur und Popkultur der 1960er Jahre Revue passieren lässt. Das etwas verknöcherte und durch die Interpretation der Schauspieler und die boulevardesken Regieeinfälle überzeichnet dargestellte Wesen des bürgerlichen Theaters wird einem der grundlegenden Texte der post dramatischen und anti-bürgerlichen Theaterästhetik gegenübergestellt. Castorfs Anliegen liegt darin, durch Müllers radikale Ästhetik sowohl das Abbröckeln des bürgerlichen Theater-Mechanismus als auch dessen dialektische Wendung auf die Bühne zu bringen. Es soll die Einverleibung bzw. Aufhebung der Gegenkultur durch die bürgerliche Kultur aufgezeigt werden, was nicht zuletzt für Castorf selbst gilt. Soll man daraus schließen, dass Castorfs Bühnenästhetik langsam an ihre Grenzen stösst? Dass das post dramatische, selbstreferenzielle Theater nun zu einer neuen verbindlichen Norm geworden ist, zu einem standardisierten Theater-Produkt, das keine heilsamen Kulturschocks mehr bewirkt, die die auf Katharsis ausgelegte Theatermaschine ins Stocken zu bringen vermöchte? Wie ließen sich dramaturgisch und inszenatorisch andere Möglichkeiten finden, der Gegenkultur auf neue Theater-Wege zu verhelfen?