Wechselrede. Rhetorische Anmerkungen zur europäischen Brieftheorie
Der briefliche Dialog berücksichtigt Regeln, deren Ursprünge in den Theorien der Rhetorik liegen, welche ihrerseits Voraussetzung der individuellen Freiheit eines jeden Briefschreibers sind.Seit der Antike sind die Briefrhetorik und die ihr zugrunde liegende Wechselrede Objekt gattungstheoretischer...
Сохранить в:
| Опубликовано в: : | URI:https://journals.openedition.org/ceg, |
|---|---|
| Главный автор: | |
| Формат: | Article ou chapitre numérique |
| Язык: | Allemand |
| Опубликовано: |
Cahiers d’études germaniques
2017
|
| Предметы: | |
| Online-ссылка: | Accès Université d'Orléans et IFPM Accès Université d'Orléans et IFPM |
| Итог: | Der briefliche Dialog berücksichtigt Regeln, deren Ursprünge in den Theorien der Rhetorik liegen, welche ihrerseits Voraussetzung der individuellen Freiheit eines jeden Briefschreibers sind.Seit der Antike sind die Briefrhetorik und die ihr zugrunde liegende Wechselrede Objekt gattungstheoretischer Reflexionen. Schon Aristoteles untersucht die briefliche Wechselrede und verleiht ihr eine (staats)-bürgerliche Dimension. Jeder Bürger kann zugleich Autor und Leser sein und berücksichtigt seine Adressaten. Cicero verlängert diese Reflexion und führt zugleich eine Unterscheidung zwischen informativen, freundschaftlichen bzw. familiären und politischen Briefen ein. Diese Dreiteilung existiert bis ins Mittelalter und wird in Hinblick auf die jeweiligen Adressaten präzisiert.Die Variationen der folgenden Jahrhunderte betreffen vor allem den intimen Brief, der zwischen Ordnung und Phantasie, Spontanität und Anwendung der Regeln schwankt. Noch Gellert verwendet das antike Modell, bezieht sich auf Cicero und Quintilian und behält das Prinzip der Wechselrede bei. Er wendet sich jedoch von der strengen imitatio zu Gunsten der Stilistik ab. Die Mechanismen der Sprache (Philologie) und deren kommunikative Dimension (Geselligkeit) treten in den Vordergrund. Briefliche Kommunikation wird zur Vermittlung der Affekte unter Einbeziehung der räumlichen Distanz. |
|---|