Carl Einstein und der Mythos
Der von Nietzsche ausgerufene Tod Gottes zeitigt im Werk Carl Einsteins mehrere Reaktionen. In den Dilettanten des Wunders und in G.F.R.G. überwiegt die Skepsis hinsichtlich eines Ersatzmythos, den er gleichzeitig mit Nachdruck fordert. Der Begriff der Gemeinschaft spielt dabei eine zentrale Rolle,...
Tallennettuna:
| Julkaisussa: | URI:https://journals.openedition.org/ceg, |
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| Päätekijä: | |
| Aineistotyyppi: | Article ou chapitre numérique |
| Kieli: | Allemand |
| Julkaistu: |
Cahiers d’études germaniques
2019
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| Linkit: | Accès Université d'Orléans et IFPM Accès Université d'Orléans et IFPM |
| Yhteenveto: | Der von Nietzsche ausgerufene Tod Gottes zeitigt im Werk Carl Einsteins mehrere Reaktionen. In den Dilettanten des Wunders und in G.F.R.G. überwiegt die Skepsis hinsichtlich eines Ersatzmythos, den er gleichzeitig mit Nachdruck fordert. Der Begriff der Gemeinschaft spielt dabei eine zentrale Rolle, erst in kommunistischer, dann anarchistisch-syndikalistischer Gestalt. Unter dem Einfluss der Negerplastik sucht Einstein aber auch eine ästhetische Lösung des transzendentalen Problems, die um 1930 in der direkten Forderung nach einem neuen Mythos gipfelt. Während er die fremdkulturelle Primitive „ethnologisiert“, glaubt Einstein nun über surrealistische Verfahren das kollektive Unbewusste erreichen zu können. 1933 wird diese Hoffnung durch einen anderen Mythos, den des Dritten Reiches, zerschmettert – „jude ohne gott“, erwacht Einstein aus seinen utopischen Träumen im Exil: In der Fabrikation der Fiktionen wendet er nunmehr seine „Ethnologie du Blanc“ zur radikalen Ideologiekritik, in die er sich selber mit einschließt. Ideell und auch wirtschaftlich ruiniert, engagiert er sich in Spanien im antifaschistischen Kampf und erlebt wiederum Gemeinschaft auf Seiten des legendären Buonaventura Durutti. |
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