„Man höre diesem Nietzsche eindringlicher zu, als dem, der anders spricht.“

In seinem 1938 entstandenen Essay über Friedrich Nietzsche entwickelt Heinrich Mann verschiedene Argumentationsstrategien in seiner Auseinandersetzung mit nationalsozialistisch besetzten Nietzsche-Mythen: Wo möglich, wendet er Nietzsches Denken direkt gegen diese, um sie zu widerlegen. Alternativ ar...

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Dades bibliogràfiques
Publicat a:URI:https://journals.openedition.org/ceg,
Autor principal: Greinert, Cordula
Format: Article ou chapitre numérique
Idioma:Allemand
Publicat: Cahiers d’études germaniques 2019
Matèries:
Accés en línia:Accès Université d'Orléans et IFPM
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Descripció
Sumari:In seinem 1938 entstandenen Essay über Friedrich Nietzsche entwickelt Heinrich Mann verschiedene Argumentationsstrategien in seiner Auseinandersetzung mit nationalsozialistisch besetzten Nietzsche-Mythen: Wo möglich, wendet er Nietzsches Denken direkt gegen diese, um sie zu widerlegen. Alternativ arbeitet er die Ambivalenz von Nietzsches Philosophie heraus, um deren reduktionistische Vereinnahmung zur Legitimierung politischer Gewaltherrschaft zu unterminieren. Strategisch setzt er darüber hinaus auf französische Gegenmythen und schlägt eine Umdeutung des Mythos vom „Übermenschen“ vor, die letztlich aber scheitert. Seine Vorgehensweise ist gleichzeitig mehr als eine strategische. Vor dem Hintergrund der zeitgenössischen Rezeption weist Heinrich Mann Nietzsche als politischen Philosophen zurück, dessen gewaltbejahende Aussagen für nationalsozialistische Mythen anschlussfähig waren. Nietzsche als Geistesgröße lässt er jedoch gelten, und zwar nicht trotz, sondern wegen seiner Widersprüche.