« Macht keine Geschichten »
In der ersten Hälfte der 1990er Jahre schreibt Wolfgang Hilbig (1941-2007) vor allem Prosatexte unbestimmter Gattungszugehörigkeit, die von der Verwandlung der Materie erzählen, um die deutsche Geschichte heraufzubeschwören. Die Kunde von den Bäumen (1994) thematisiert das Verhältnis von Materiali...
Sábháilte in:
| Foilsithe in: | URI:https://journals.openedition.org/ceg, |
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| Príomhchruthaitheoir: | |
| Formáid: | Article ou chapitre numérique |
| Teanga: | Français |
| Foilsithe / Cruthaithe: |
Cahiers d’études germaniques
2019
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| Ábhair: | |
| Rochtain ar líne: | Accès Université d'Orléans et IFPM Accès Université d'Orléans et IFPM |
| Achoimre: | In der ersten Hälfte der 1990er Jahre schreibt Wolfgang Hilbig (1941-2007) vor allem Prosatexte unbestimmter Gattungszugehörigkeit, die von der Verwandlung der Materie erzählen, um die deutsche Geschichte heraufzubeschwören. Die Kunde von den Bäumen (1994) thematisiert das Verhältnis von Materialität und Narrativität am ausdrücklichsten. Der Text versucht die von dem Mauerbau 1961 ausgelöste innere Unruhe des Erzählers zu beschreiben, indem er in Anlehnung an Benjamin und Hofmannsthal eine Poetik der Materie als Antwort auf das Problem der Referenz entwirft. Dabei geht es um die Verknüpfung von Literatur und Wirklichkeit. Texte aus den 1980er Jahren wie „Der Brief“ stellen die Prämissen dieser Reflektion dar und zeigen den Text als wanderndes Ding, wobei sie auf das narrative Verfahren der Metalepse rekurrieren. Durch die Metalepse wird die Überschreitung der Grenze zwischen Literatur und Wirklichkeit innerhalb der Fiktion inszeniert. Im daraus resultierenden performativen Effekt, verstanden als Eingreifen der Literatur in das Leben, besteht Hilbigs Antwort auf das Referenzproblem. Materialität als Ding und Stoff gehört zu den Mitteln der Performativität. |
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