Über einige Versuche Brechts, die Lüge zu erkunden
Brechts Konzeption der Lüge will immer schon jenseits aller Moral sein und dort bleiben. Ihn interessiert nicht, ob das Lügen verwerflich ist, sondern er organisiert literarische Versuchsanordnungen zur Frage, wer, wann, warum und mit welchen Folgen lügt. Der Beitrag untersucht Brechts Lügenszenarie...
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| Publicado en: | URI:https://journals.openedition.org/ceg, |
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| Autor principal: | |
| Formato: | Article ou chapitre numérique |
| Lenguaje: | Allemand |
| Publicado: |
Cahiers d’études germaniques
2017
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| Materias: | |
| Acceso en línea: | Accès Université d'Orléans et IFPM Accès Université d'Orléans et IFPM |
| Sumario: | Brechts Konzeption der Lüge will immer schon jenseits aller Moral sein und dort bleiben. Ihn interessiert nicht, ob das Lügen verwerflich ist, sondern er organisiert literarische Versuchsanordnungen zur Frage, wer, wann, warum und mit welchen Folgen lügt. Der Beitrag untersucht Brechts Lügenszenarien aus verschiedenen Schaffensperioden. Der frühe Brecht, der des Baal , erkundet den Zusammenhang zwischen Zivilisation und Lüge um dafür zu plädieren, der Mensch möge sich zugunsten seines Begehrens der Zivilisation entledigen, womit die Lüge verschwände, allerdings für einen hohen Preis. Der frisch zum Marxismus konvertierte Brecht der „Lehrstücke“ plädiert für die Notwendigkeit der politisch motivierten Lüge in der Perspektive der späteren Abschaffung allen Lügens. Die während des Exils entstandenen Texte kreisen immer wieder um die Lüge als Überlebensnotwendigkeit, freilich nie klassenneutral. Alle diese Formen der Lüge und noch einige mehr finden sich im abschließend analysierten Leben des Galilei, wo der Zuwachs an Komplexität der Reflexion über Lüge und Wahrheit damit bezahlt wird, dass die Dialektik letztlich ratlos bleibt. |
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