Die letzten Masken. Zum Problem der Lüge bei Arthur Schnitzler

Zweierlei kennzeichnet das Problem der Lüge im Werk von Arthur Schnitzler: Es wirft die Frage nach der kulturellen Funktion der Lüge auf und darüber hinaus verbindet es sich mit der Thematik von Liebe und Erotik. Der Einakter Große Szene von 1914/1915, der dem Zyklus Komödie der Worte angehört, erwe...

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Spremljeno u:
Bibliografski detalji
Izdano u:URI:https://journals.openedition.org/ceg,
Glavni autor: Neumann, Gerhard
Format: Article ou chapitre numérique
Jezik:Allemand
Izdano: Cahiers d’études germaniques 2017
Teme:
Online pristup:Accès Université d'Orléans et IFPM
Accès Université d'Orléans et IFPM
Opis
Sažetak:Zweierlei kennzeichnet das Problem der Lüge im Werk von Arthur Schnitzler: Es wirft die Frage nach der kulturellen Funktion der Lüge auf und darüber hinaus verbindet es sich mit der Thematik von Liebe und Erotik. Der Einakter Große Szene von 1914/1915, der dem Zyklus Komödie der Worte angehört, erweist sich als besonders geeignet, diese Konstellation zu exponieren. Im Theatermilieu angesiedelt, inszeniert der Text die Lüge als Bestandteil der „Komödie der Worte“, die sich dank ihrer rhetorischen Kunst als fähig erweist, Wahrheit als Lüge erscheinen zu lassen und umgekehrt. Im Vergleich zu diesem ‚Satyrspiel' setzt der zweite hier behandelte Text Die letzten Masken (1900/ 1901) eine eher tragische Variante in Szene: das Scheitern des Vorhabens, angesichts des Todes, zu sagen, was man die ‚Wahrheit’ nennt, oder nennen könnte. Die Betrachtung der beiden Texte ergibt, dass sich der Einakter exemplarisch in seiner Eigenschaft als „Experimentalgenre“ (Hans-Peter Bayerdörfer) erweist, insofern als er das reiche Repertoire der verschiedenen Auffassungen von Lüge auffächert und durchspielt.