Über die „Wahrheit“ der weiblichen Natur und wie diese auf der Bühne des bürgerlichen Trauerspiels Lügen gestraft wird

Dieser Beitrag hinterfragt das Problem der Wahrheit, genauer des Wahrhaftigkeitsgebots und insbesondere der darauf begründeten Vorstellung von der „Natur“ der Frau, wie sie das bürgerliche Tugendsystem des 18. Jahrhunderts konzeptualisiert hat. Lessings Trauerspiel Emilia Galotti provoziert die Frag...

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書誌詳細
出版年:URI:https://journals.openedition.org/ceg,
第一著者: Haag, Ingrid
フォーマット: Article ou chapitre numérique
言語:Allemand
出版事項: Cahiers d’études germaniques 2017
主題:
オンライン・アクセス:Accès Université d'Orléans et IFPM
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要約:Dieser Beitrag hinterfragt das Problem der Wahrheit, genauer des Wahrhaftigkeitsgebots und insbesondere der darauf begründeten Vorstellung von der „Natur“ der Frau, wie sie das bürgerliche Tugendsystem des 18. Jahrhunderts konzeptualisiert hat. Lessings Trauerspiel Emilia Galotti provoziert die Frage, ob es nicht so ist, dass Emilia Galotti, vorgestellt als Opfer der höfischen Intrige, nicht ebenso (oder sogar wesentlich?) zugrunde gerichtet wird durch die väterliche Weiblichkeitsvorstellung samt deren Postulate von Reinheit und Wahrhaftigkeit. Diese Frage nach dem repressiven, destruktiven Potential eines gewissen Humanitätsdiskurses bleibt aktuell bis hin zu Heiner Müllers Inszenierungen. Glücklicher als Emilia ist Minna von Barnhelm in dem gleichnamigen Lustspiel. Gerade dank der im Namen dieser Weiblichkeitsvorstellung verurteilten Mittel – List und Verstellung – gelingt es ihr, die Tragödie zu verhindern.