Thomas der Lügner – und seine Geistesmenschen. Vom Lebenswerk als Lebenslüge
Das Spannungsfeld zwischen Wahrheit und Lüge prägt das ganze Œuvre Thomas Bernhards. In seinem Mittelpunkt steht ein bestimmter menschlicher Typus: der Geistesmensch. Seine Konzentration auf Wissenschaft und Kunst soll sich meist in der Form eines Werks bzw. einer Studie konkretisieren. Dieses Leben...
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| Publicado en: | URI:https://journals.openedition.org/ceg, |
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| Autor Principal: | |
| Formato: | Article ou chapitre numérique |
| Idioma: | Allemand |
| Publicado: |
Cahiers d’études germaniques
2017
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| Sujets: | |
| Acceso en liña: | Accès Université d'Orléans et IFPM Accès Université d'Orléans et IFPM |
| Résumé: | Das Spannungsfeld zwischen Wahrheit und Lüge prägt das ganze Œuvre Thomas Bernhards. In seinem Mittelpunkt steht ein bestimmter menschlicher Typus: der Geistesmensch. Seine Konzentration auf Wissenschaft und Kunst soll sich meist in der Form eines Werks bzw. einer Studie konkretisieren. Dieses Lebenswerk verweist auf eine Obsession des männlichen Subjekts, die keine Aussicht auf Erfüllung hat. So stellen das nie verwirklichte Werk bzw. die gescheiterte Studie nicht nur „das Motiv der Motive Bernhards“, sondern durch ihre Abwesenheit das fehlende Zentrum seiner dezentrierten Texte dar und werden als Leerstelle zur suggestiv bildlosen Metapher einer Lebenslüge. Bernhard, der als schreibender Patriarch bzw. Verfasser von frauenfeindlichen Texten gilt, betreibt in diesem Sinne weniger eine bejahende Reproduktion des Geschlechterdiskurses als vielmehr dessen subtil subversive Zersetzung. |
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