Die Image-Lüge in der Massendemokratie – über einen neuen Typ der politischen Lüge

Da sinnvollerweise nur gefragt werden kann, was der Lügenvorwurf, wenn er erfolgreich erhoben werden kann, in einer bestimmten privaten oder öffentlichen Kommunikationssphäre bedeutet und welche Folgen er hat, thematisiert der folgende Beitrag den im politischen Feld gebräuchlichen Typus der Imagelü...

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Detalles Bibliográficos
Publicado en:URI:https://journals.openedition.org/ceg,
Autor Principal: Knobloch, Clemens
Formato: Article ou chapitre numérique
Idioma:Allemand
Publicado: Cahiers d’études germaniques 2017
Sujets:
Acceso en liña:Accès Université d'Orléans et IFPM
Accès Université d'Orléans et IFPM
Descripción
Résumé:Da sinnvollerweise nur gefragt werden kann, was der Lügenvorwurf, wenn er erfolgreich erhoben werden kann, in einer bestimmten privaten oder öffentlichen Kommunikationssphäre bedeutet und welche Folgen er hat, thematisiert der folgende Beitrag den im politischen Feld gebräuchlichen Typus der Imagelüge. Imagelügen dienen der Pflege und Erhaltung eines konsistenten und in der Regel planmäßig organisierten Außenbildes. Handlungen und Ereignisse müssen so auf- und umgearbeitet werden, dass sie dem Image des öffentlichen Sprechers maximal zugute kommen. Imagebedrohende Tatbestände müssen gemieden oder, wenn das nicht geht, radikal umdefiniert werden. Ein intaktes Image wird zum Ausweis von Erfolg und die Fähigkeit zur Dekonstruktion der Images konkurrierender Akteure zum Beleg für die eigene Überlegenheit. Im Gegenzug gelten politische Akteure dann rasch als gescheitert, wenn sie sich in den Konsistenzzwängen ihrer Images verheddern. Der Beitrag versucht, einige Folgen dieser wuchernden Konsistenzzwänge auszuleuchten, u.a. die Politisierung einfacher Tatsachenwahrheiten (Hannah Arendt), die starke Disjunktion von politischer Vorder- und Hinterbühne und die Beförderung eines entpolitisierten Zynismus, der politischen Akteuren nicht mehr vertraut als anderen Werbeimages auch.