Unverlässliches Erzählen und romantische Ironie in einem spanischen Roman der Restaurationszeit

Am Beispiel von J. Valeras polyphonem Roman Pepita Jiménez (1874) beleuchtet der Aufsatz die Möglichkeit narrativer Texte, die Lüge nicht nur in Form von Ereignissen und Figuren auf makrostruktureller Ebene einzuführen, sondern vermittels unzuverlässiger Erzähler auch auf der Diskursebene zu etablie...

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In:URI:https://journals.openedition.org/ceg,
Main Author: Greilich, Susanne
Format: Article ou chapitre numérique
Language:Allemand
Published: Cahiers d’études germaniques 2017
Subjects:
Online Access:Accès Université d'Orléans et IFPM
Accès Université d'Orléans et IFPM
Description
Summary:Am Beispiel von J. Valeras polyphonem Roman Pepita Jiménez (1874) beleuchtet der Aufsatz die Möglichkeit narrativer Texte, die Lüge nicht nur in Form von Ereignissen und Figuren auf makrostruktureller Ebene einzuführen, sondern vermittels unzuverlässiger Erzähler auch auf der Diskursebene zu etablieren – und somit selbst zu lügen. Nach einem theoretischen Aufriss widmet sich der Aufsatz den Erzählerfiguren des Romans. Dabei wird deutlich, dass in Pepita Jiménez verschiedene Dynamiken wirksam werden: Der Verdacht erzählerischer Unverlässlichkeit entwickelt sich ebenso unabhängig von der Polyphonie des Textes, wie im Zusammenspiel mit ihr. Neben expliziten Erzählerkommentaren und diskrepanten Informationen entsteht der Eindruck erzählerischer Unverlässlichkeit dabei im Besonderen durch das Zusammenspiel von Textsignal und (externer) Erfahrungswelt des Lesers. Abschließend wird umrissen, welche Funktion dem Gebrauch unverlässlichen Erzählens bei Valera im Kontext der spanischen Literatur der Restaurationszeit und ihrer poetologischen Debatten zukam.