Lüge und Realismus: Italo Calvinos La giornata di uno scrutatore und Louis Aragons Le mentir‑vrai
Die Studie beginnt mit einer knappen Darlegung der Tradition des Themas Lüge und Fiktion in der Antike, im Realismus der Aufklärung und des 19. Jahrhunderts. Das 20. Jahrhundert kennt gravierende Veränderungen durch die Krise des auch im Roman bisher leitenden naturwissenschaftlichen Erkenntnisparad...
Sábháilte in:
| Foilsithe in: | URI:https://journals.openedition.org/ceg, |
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| Príomhchruthaitheoir: | |
| Formáid: | Article ou chapitre numérique |
| Teanga: | Allemand |
| Foilsithe / Cruthaithe: |
Cahiers d’études germaniques
2017
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| Ábhair: | |
| Rochtain ar líne: | Accès Université d'Orléans et IFPM Accès Université d'Orléans et IFPM |
| Achoimre: | Die Studie beginnt mit einer knappen Darlegung der Tradition des Themas Lüge und Fiktion in der Antike, im Realismus der Aufklärung und des 19. Jahrhunderts. Das 20. Jahrhundert kennt gravierende Veränderungen durch die Krise des auch im Roman bisher leitenden naturwissenschaftlichen Erkenntnisparadigmas, durch die beginnende Dezentrierung des Subjekts und durch die mise en abyme des Mimesiskonzepts mittels der Subjektivierung von Raum und Zeit. In diesem Prozess wird das Zusammenspiel von Wahrheit und Lüge in der Fiktion hochkomplex. Dies wird an zwei Beispielen erläutert: an der Erzählung Italo Calvinos, die von einem kommunistischen Wahlhelfer in einem Behindertenheim unter christdemokratischer Aufsicht handelt und an einem kurzen autobiographischen Versuch von Louis Aragon. Beide Autoren, die dem Marxismus nahe stehen bzw. standen, überprüfen am Thema der Lüge ihre bisherigen inhaltlichen Überzeugungen und ihre Schreibverfahren. Ihr experimenteller Zugang schließt jedoch den Anspruch auf Realismus nicht aus. |
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