Die satanische Genesis des Bösen. Franz Werfels Versuch einer Rationalisierung des Bösen in Die schwarze Messe

Im Fragment Die schwarze Messe wird auf den traditionellen theologischen Diskurs, auf die Anthropomorphisierung und Fiktionalisierung des Bösen zurückgegriffen. Die Ästhetik und die Inszenierung des Bösen sind die eines Anti-Bildungsromans mit drei Stationen: Kloster, Oper, Schenke. Der Gegenstand d...

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Bibliografiske detaljer
Udgivet i:URI:https://journals.openedition.org/ceg,
Hovedforfatter: Rolland, Oriane
Format: Article ou chapitre numérique
Sprog:Allemand
Udgivet: Cahiers d’études germaniques 2020
Fag:
Online adgang:Accès Université d'Orléans et IFPM
Accès Université d'Orléans et IFPM
Beskrivelse
Summary:Im Fragment Die schwarze Messe wird auf den traditionellen theologischen Diskurs, auf die Anthropomorphisierung und Fiktionalisierung des Bösen zurückgegriffen. Die Ästhetik und die Inszenierung des Bösen sind die eines Anti-Bildungsromans mit drei Stationen: Kloster, Oper, Schenke. Der Gegenstand des Bösen wird bei Werfel immer positiv und negativ dargestellt, so bei Figurenkonstellationen, die die Moderne verkörpern: Frau, Wissenschaftler, ein vom Glauben abgefallener Mönch. Ohne den Prozess der Verinnerlichung der Schuldhaftigkeit zu ignorieren (Freud, Groß, Steiner), setzt Werfel die Exteriorität / Anteriorität des Bösen voraus, so mit dem Luziferaner Doktor Grauh, der als Agent der Säkularisierung des Bösen fungiert. Der Text schwankt zwischen Streben nach Rationalisierung und Sehnsucht nach einer neuen Metaphysik. Wir haben es hier mit dem Widerstand eines religiös überzeugten Schriftstellers und mit der Apologie des Menschen zu tun, versehen mit göttlichen und teuflischen Attributen.