„Das Ganze durch eine geheime und gewissermaßen unbekannte Kette zu verbinden.“ Zivilisierung und polyperspektivischer Briefroman bei Montesquieu und Wieland

Im 18. Jahrhundert entstehen die ersten polyperspektivischen Briefromane. Dabei ist es auffällig, dass zwei der bekanntesten Texte dieses Genres, Montesquieus Persische Briefe und Wielands Aristipp und einige seiner Zeitgenossen, mit ihrer literarischen Handlung die Behandlung zentraler philosophisc...

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Auteur principal: Heinz, Jutta
Format: Article ou chapitre numérique
Langue:Allemand
Publié: Cahiers d’études germaniques 2017
Sujets:
Accès en ligne:Accès Université d'Orléans et IFPM
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Description
Résumé:Im 18. Jahrhundert entstehen die ersten polyperspektivischen Briefromane. Dabei ist es auffällig, dass zwei der bekanntesten Texte dieses Genres, Montesquieus Persische Briefe und Wielands Aristipp und einige seiner Zeitgenossen, mit ihrer literarischen Handlung die Behandlung zentraler philosophische Fragestellungen der Aufklärung verbinden: In beiden Romanen reisen mehrere Figuren durch unterschiedliche Kulturräume, teilen sich ihre Erfahrungen mit und reflektieren dabei über politische und kulturhistorische Fragestellungen ebenso wie über unterschiedliche Formen von menschlicher Gesellschaft und Geselligkeit. Der Beitrag vergleicht die beiden Briefromane im Blick auf ihre poetologische Struktur, ihre Aussagen zur Zivilisation und die in ihnen enthaltenen Geschlechterkonzepte. Er stellt die These auf, dass der polyperspektivische Briefroman als Genre einen spezifischen Beitrag zur theoretischen wie zur praktischen Zivilisierung der Menschheit leisten will, indem er ein Leseverhalten einübt, das moralische Urteilskraft mit Empathie verbindet.