Les récits de métamorphoses du corps dans la nouvelle fantastique allemande du début du xxe siècle

In der deutschsprachigen phantastischen Bibliothek des Anfangs des 20. Jahrhunderts wollen wir jene Novellen und Erzählungen heraussuchen, die eine Verwandlung zum Thema haben, d.h. eine so tiefgreifende Veränderung des menschlichen Körpers (oder dessen einen Teiles) dass das ganze Wesen nicht mehr...

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Dades bibliogràfiques
Publicat a:URI:https://journals.openedition.org/ceg,
Autor principal: Pollet, Jean-Jacques
Format: Article ou chapitre numérique
Idioma:Français
Publicat: Cahiers d’études germaniques 2020
Matèries:
Accés en línia:Accès Université d'Orléans et IFPM
Accès Université d'Orléans et IFPM
Descripció
Sumari:In der deutschsprachigen phantastischen Bibliothek des Anfangs des 20. Jahrhunderts wollen wir jene Novellen und Erzählungen heraussuchen, die eine Verwandlung zum Thema haben, d.h. eine so tiefgreifende Veränderung des menschlichen Körpers (oder dessen einen Teiles) dass das ganze Wesen nicht mehr als solches zu erkennen ist und zu einem anderen Bereich gehört, z. B. infolge einer Tierwerdung, Vegetalisierung, Versteinerung oder Verdinglichung.Die Verwandlung ist bekanntlich ein gängiges Thema des Märchens und der Science-fiction. Darf man von einer besonderen Affinität mit der Phantastik sprechen? Davon ausgehend, dass das die Phantastik konstituierende Moment der Verunsicherung auf den unerklärlichen und/oder monströsen Charakter des dargestellten Ereignisses zurückzuführen ist, kann man denken, dass sich das Thema der Verwandlung theoretisch als besonders fruchtbar für die Phantastik erweist, sofern als es im Prinzip auf beiden Registern spielen kann. Eine Plastizität, die eine breite Nuancenskala eröffnet, von dem phantastisch-seltsamen zu dem phantastisch-grauenvollen, je nachdem die Erzählung eher die intellektuellen Gesetze der Glaubwürdigkeit oder die kulturellen, an die Unverletzlichkeit und Identität der Person gebundenen Normen hinterfragt.Im Rahmen unseres Corpus lässt sich ein erster Erzählungstyp unterscheiden, der die Verwandlung als Produkt eines instrumentellen, operativen Eingriffs in den Organismus darstellt. Von Interesse ist dabei im allgemeinen nicht so sehr die angewandte Methodik als die Motivation der dämonischen Figur.Eine zweite, mannigfaltige Kategorie bilden jene Erzählungen, welche die Verwandlung als das Ergebnis eines magischen Prozesses hinstellen, sei es ein mehr oder weniger übernatürliches Phänomen (Verwirklichung eines an einen Ort oder eine böse Tat gebundenen Fluches) oder bewusstes Werk einer mit Zauberkraft versehenen Gestalt (Magier, Hexen, femme fatale…). Entscheidend ist hier die Interpretation des schuldhaften Benehmens, das den Prozess herbeiführt und dadurch die Verwandlung als Bestrafung oder Erfüllung erscheinen lässt.Zu einer letzten Gruppe gehören jene Erzählungen, meist von den Autoren selbst als „Grotesken“ bezeichnet, welche die Verwandlung, über alle Regeln der Glaubwürdigkeit hinaus, als Mittel zur einer mehr oder weniger skurrilen Satire benutzen. Grundverschieden sind dabei die Weltanschauungen, die solchen Satiren zugrunde liegen.Die Verwandlung erscheint also als ein Lieblingsthema der deutschsprachigen phantastischen Novellistik des Anfangs des 20. Jahrhunderts. Es findet sich in den verschiedenen Formen wieder, die das Genre zu dieser Zeit illustrieren, das als Gegenstück, „à rebours“ zu den Platitüden des Post-Naturalismus eine grundsätzlich ästhetisierend-spiritualistische, subversive Literatur intendiert, welche aber leider in einigen Fällen der Trivialität und einer zweifelhaften Ideologie verfällt.