Das planetarische Gedächtnis, das Gedächtnis des Genoms und das Gedächtnis der lyrischen Form in Raoul Schrotts „Erste Erde. Epos“
Der Aufsatz widmet sich Raoul Schrotts „Erste Erde“ als Epos zwischen den Wissensformen und geht den poetischen Korrelationen zwischen Kulturarchäologie und Wissensgenealogie nach. Ich frage danach, in welchem Temporalitäts- bzw. Historizitätsregime sich der literarische Text situiert, dessen erzähl...
Salvato in:
| Pubblicato in: | URI:https://journals.openedition.org/austriaca, |
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| Autore principale: | |
| Natura: | Article ou chapitre numérique |
| Lingua: | Allemand |
| Pubblicazione: |
Austriaca
2026
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| Soggetti: | |
| Accesso online: | Accès Université d'Orléans et IFPM Accès Université d'Orléans et IFPM |
| Riassunto: | Der Aufsatz widmet sich Raoul Schrotts „Erste Erde“ als Epos zwischen den Wissensformen und geht den poetischen Korrelationen zwischen Kulturarchäologie und Wissensgenealogie nach. Ich frage danach, in welchem Temporalitäts- bzw. Historizitätsregime sich der literarische Text situiert, dessen erzählte Zeit sich vom Urknall bis zur Erfindung der Schrift erstreckt. Sodann frage ich danach, in welches Semiotizitäts- bzw. Diskursivitätsregime sich dieses Epos einschreibt, das die Wende zu den von Chakrabarty vorgeschlagenen „Planetary Humanities“ vollzieht. Schließlich schlage ich das Konzept der ‚Interformation’ für die Analyse der Korrelation von Diskursformationen durch die Verschränkung ihrer Wissensformen vor. Ich zeige, dass die epistemische Praxis der Interformation sowohl in literarischen als auch in wissenschaftlichen Texten nachweisbar ist. Die Analyse folgt am Beispiel der Überlagerung der Diskurse der Biochemie und Informationstheorie durch die Vermittlung der Metaphorik des Skripturalen: ‚Schrift’, ‚Code’, ‚Alphabet’, ‚Bibliothek’, ‚Transkription’ und ‚Translation’, die Lily E. Kay rekonstruiert hat. Aus dieser Verschränkung von Diskursen resultierten Grundprinzipien der Molekularbiologie, die im IV. Buch der „Ersten Erde“ mit der Gattung der Sestine formsemantisch verwoben werden. So zeige ich, wie das Gedächtnis des Genoms und die Prinzipien des genetischen Codes sich mit dem Gedächtnis der lyrischen Form verschränken, mit den Reim- und Permutationsprinzipien der Sestine im IV. Buch des Epos: „Schriftkörper“. |
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